Edgar Degas
Intimität und Pose. Hrsg. von Hubertus Gaßner. Katalogbuch, Hamburger Kunsthalle 2009. Mit Texten von Hubertus Gaßner, Werner Hofmann, Pablo Jiménez u.a. 22,5 x 28,5 cm. 333 S. Mit 148 Farb- & 50 s/w-Tafeln, 88 (60 farb.) Abb. Abb'verz., Biografie, Bibliografie. Leinen. Text in deutscher Sprache. ISBN 978-3777490359
statt 45,–
€ 15,–
Zeitlebens schuf der französische Impressionist Edgar Degas (1834-1917) neben seinen bekannten Pastellen und Gemälden auch zahlreiche Plastiken, die er jedoch der breiten Öffentlichkeit vorenthielt. Erst kurz nach seinem Tod konnten die Tänzerinnen, Badenden und Rennpferde, die er aus Wachs modelliert hatte, gesichert und 1919 in Bronze gegossen werden.
Der Band zur Hamburger Ausstellung 2009 zeigt den kompletten Bestand der 73 Originalabgüsse. Im Mittelpunkt steht Degas’ einzigartige Perspektive auf den weiblichen Körper. Denn anders als viele seiner Zeitgenossen richtete der Bildhauer Degas seinen Blick nicht primär auf die inszenierte Pose, sondern auf die Körperhaltungen und Bewegungen im unbeobachteten Moment. Das Resultat seiner Arbeit sind „intime Posen“: Tänzerinnen, die Ballettpositionen proben, ihre Schuhe schnüren oder ihre Füße betrachten, und Frauen beim Kämmen oder Waschen. „Es ist, als ob man durch ein Schlüsselloch schaut.“ Die Intimität des Augenblicks ist jedoch in seinem Werk keineswegs entblößend. Mit distanziertem Blick hält Degas vielmehr den besonderen Ausdruck der Posen fest. Der Verzicht auf die Inszenierung des Weiblichen zugunsten der Ästhetik der Skulptur und des Bildes trägt revolutionäre Züge.
Der schön gestaltete Band widmet sich ausführlich den Motiven der Studien und Gemälde, sowie ihrer Umsetzung in den Bronzen. Er erklärt umfangreich und gut verständlich die Genese der vorgestellten Arbeiten. Dem Leser erschließt sich dieser bisher unzureichend beachtete Aspekt im Werk des Künstlers.